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Entscheid Versicherungsgericht, 10.10.2011

Art. 28 IVG; Art. 6 ATSG; Art. 7 Abs. 1 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG. 63-jähriger Versicherter (Hilfsarbeiter, Analphabet, mangelnde Deutschkenntnisse, diverse gesundheitliche Einschränkungen). Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 90% in adaptierter Tätigkeit verneint. Anspruch auf ganze Invalidenrente bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Oktober 2011, IV 2009/281).

 

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; a.o. Gerichtsschreiber David Zünd

 

Entscheid vom 10. Oktober 2011

 

in Sachen

 

A.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

 

gegen

 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

 

betreffend

 

Rente

 

 

Sachverhalt:

 

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 15. Mai 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 12). Gemäss Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15. November 2005 leidet der Versicherte an einem rechtsseitigen lumbospondylogenen Syndrom, an Diabetes, an einer Adipositas sowie an einer Hiatushernie. Die Klinikärzte hielten fest, die bisherige Arbeit sei dem Versicherten aktuell (seit 4. Oktober 2005) nicht mehr zumutbar. Eventuell könne mit therapeutischen und medizinischen Massnahmen eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erreicht werden. Für andere berufliche Tätigkeiten sei dem Versicherten eine leicht bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit ganztags zumutbar (IV-act. 23-15 ff.). Der Beschwerdeführer hatte seit 1988 vollzeitlich bei der Firma B.___ gearbeitet. Seit dem 1. September 2005 bestand an diesem Arbeitsplatz eine volle Arbeitsunfähigkeit. Bei der Firma C.___ war der Beschwerdeführer seit 1991 teilzeitlich (Nebenerwerbstätigkeit von ca. 36%) beschäftigt (vgl. Urteil IV 2007/41 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juli 2008).

 

A.b   Am 6. Juni 2006 schrieb Dr. med. D.___, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, in seinem Arztbericht, dass er zur Beurteilung der definitiven versicherungsrechtlichen Arbeitsfähigkeit eine psychiatrische Exploration für nötig erachte. Er berichtete, der Versicherte leide unter Angst, Depression, einer fatalistischen Haltung und einer Isolation (IV-act. 23).

 

A.c   Die IV-Stelle verfügte am 13. Dezember 2006, es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, da der Versicherte in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit 100% arbeitsfähig sei und in Ausübung einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit auf dem ihm offenstehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt das gleiche Einkommen erzielen könnte wie zuletzt bei der Firma B.___. Somit liege keine Invalidit