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Sechs Jahre Freiheitsstrafe und stationäre Massnahme

Das Kantonsgericht St. Gallen hat einen 61-jährigen Beschuldigten wegen mehrfacher sexuellen Handlungen mit einem Kind und mehrfacher Pornografie zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren verurteilt. Gleichzeitig wurde eine stationäre Behandlung angeordnet.


Der Beschuldigte unterhielt zwischen 2007 bis 2009 eine sexuelle Beziehung zu einem minderjährigen Jugendlichen. Ebenso nahm er sexuelle Handlungen mit zwei weiteren, minderjährigen Kindern vor und besass kinderpornografische Dateien. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Beschuldigten mit Entscheid vom 9. August 2016 wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind und mehrfacher Pornografie zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und ordnete die Verwahrung des Beschuldigten nach Verbüssung der Freiheitsstrafe an. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschuldigte Berufung und verlangte die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren sowie die Anordnung einer stationären Massnahme.

 

Die Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen hat den Beschuldigten nun zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren verurteilt und gleichzeitig eine stationäre Massnahme angeordnet. In Bezug auf die Strafe hat das Kantonsgericht strafmindernd berücksichtigt, dass der Beschuldigte in seiner Kindheit und Jugendzeit selbst mehrfach Opfer sexuellen Missbrauchs geworden war. Weiter hat das Kantonsgericht im jetzigen Zeitpunkt auf eine Verwahrung verzichtet. Eine solche ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zulässig, solange noch Therapiemöglichkeiten bestehen. Beim Beschuldigten kommt namentlich eine testosteronsenkende Therapie (chemische Kastration) unter strengen Auflagen in Frage. Auch wenn die Erfolgsaussichten einer solchen Therapie ungünstig sind, scheidet deshalb derzeit eine Verwahrung aus. Stattdessen hat das Gericht eine stationäre Behandlung angeordnet. Ist diese Behandlung nicht erfolgreich, wird die Verwahrung des Beschuldigten zu prüfen sein.

 

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Die ausführliche Begründung erfolgt in einem späteren Zeitpunkt. Weitere Auskünfte werden derzeit nicht erteilt.


Gerichte - Sechs Jahre Freiheitsstrafe und stationäre Massnahme (11.05.2017 07:25)


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