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16 Jahre Freiheitsstrafe für Mord in Moschee

Das Kantonsgericht St. Gallen hat einen 54-jährigen Mann wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts hat der Beschuldigte besonders skrupellos gehandelt.


Der Beschuldigte hatte am 22. August 2014 in einer Moschee in St. Gallen sieben Mal von hinten auf das am Boden betende Opfer geschossen. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Beschuldigten deshalb mit Entscheid vom 26. Mai 2016 wegen Mordes, Gefährdung des Lebens sowie mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschuldigte Berufung. Er beantragte einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung anstatt wegen Mordes sowie eine Reduktion der Freiheitsstrafe auf 10 Jahre.

 

Die Strafkammer des Kantonsgerichtes hat den Entscheid des Kreisgerichts nun im Schuldpunkt bestätigt. Wie das Kreisgericht ist das Kantonsgericht der Ansicht, dass das Verhalten des Beschuldigten den Tatbestand des Mordes und nicht nur der vorsätzlichen Tötung erfüllt. Der Beschuldigte hat nach Auffassung des Gerichts besonders skrupellos gehandelt. Daran ändert bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände nichts, dass das Opfer im Jahr 1997 den Bruder des Beschuldigten in Notwehr getötet und dabei auch den Beschuldigten selbst verletzt hatte. Dieser besondere Umstand ist allerdings bei der Dauer der Freiheitsstrafe leicht strafmindernd zu berücksichtigen. Mit Blick auf die Rechtsprechung in anderen Fällen ist eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren angemessen. Weiter hat der Beschuldige der Ehefrau und den Kindern des Opfers Schadenersatz sowie Genugtuung in der Höhe Fr. 278‘000.00 und dem Staat Verfahrenskosten im Betrag von rund Fr. 75‘000.00 zu bezahlen.

 

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Die ausführliche Begründung erfolgt in einem späteren Zeitpunkt. Weitere Auskünfte werden derzeit nicht erteilt.


Gerichte - 16 Jahre Freiheitsstrafe für Mord in Moschee (02.11.2017 14:00)


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